Museum Wilhelm Busch

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Art und Jahr der Praxisphase Praxisphase 2/24..
Name Das Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst
Hauptsitz Hannover, Deutschland
Vergütung keine
Schwerpunkt
Homepage https://www.karikatur-museum.de/

Das Museum Wilhelm Busch, Deutsches Museum für Karikatur & Zeichenkunst, im Nachfolgenden Museum Wilhelm Busch genannt, ist eine private Institution mit dem Wilhelm-Busch-Gesellschaft e.V. als Träger.

Das Museum Wilhelm Busch bietet regelmäßig wechselnde Ausstellungen, unterschiedliche Veranstaltungen und Workshops zur Kunstvermittlung an. Das Konzipieren und Einrichten der Ausstellungen, Führungen durch die Räume, Workshops zu leiten und viele andere Aufgaben werden von dem circa elf-köpfigen Team der Festangestellten übernommen. Hinzu kommen ungefähr 10 weitere Tätige, die entweder ehrenamtlich oder auf Honorarbasis unterstützen. Das Museum Wilhelm Busch verfügt über die weltweit größte Sammlung an Originalen von Wilhelm Busch.

Zusätzlich besteht der Bestand des Museums auch aus zahlreichen bedeutenden Werken aus dem Bereich Karikatur und Zeichenkunst. Diesbezüglich sieht das Museum sich seit den 1960er Jahren in der Pflicht, kritische Stimmen aus Vergangenheit und Gegenwart zu sammeln und zu bewahren. Die ausgeprägte Karikaturensammlung besteht derzeit aus mehr als 50.000 satirischen Werken diverser internationaler Künstler und Künstlerinnen aus fünf Jahrhunderten. Im Laufe der Jahre ist diese Sammlung zu einem Konvolut von internationaler Bedeutung angewachsen.

Die übergeordnete Aufgabe des Museums Wilhelm Busch besteht darin diese Objekte für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen und und dabei die teilweise empfindlichen Objekte zu schützen, zu erforschen und zu bewahren.



Kunstvermittlung

Kunstvermittlung als Teil der Kunst- und Museumspädagogik soll im Allgemeinen die Aufgabe übernehmen, der breiten Bevölkerung ein Verständnis für Kunst und Kultur näherzubringen und die Bürger:innen dazu anzuregen, sich näher mit dem Thema zu befassen. Dabei gibt es keine Beschränkungen auf spezifische demografische Gruppen.

Im Museum Wilhelm Busch besteht die Kunstvermittlung vor allem aus Führungen durch die mehrmals jährlich wechselnden Ausstellungen. Hierbei werden Hintergründe und Zusammenhänge vermittelt, die den Besuchenden bei einer eigenständigen Betrachtung oftmals verborgen bleiben können. Zusätzlich finden regelmäßig Workshops statt, wie z.B. das Offene Zeichenatelier für Erwachsene, bei dem künstlerische Techniken erlernt, die eigenen Fähigkeiten verbessert und Kontakte zu anderen Kunstinteressierten geknüpft werden können. Hinzu kommen diverse sogenannte Kinderaktionen, sowie Lesungen und Vorträge im Museum Wilhelm Busch.

Die ersten drei Wochen des Praktikums im Museum Wilhelm Busch fanden in der Kunstvermittlung statt. Hierbei stand vor allem ein Workshop im Mittelpunkt, den das Museum zusammen mit einer Klasse in der siebten Jahrgangsstufe der IGS Bothfeld durchführte. Der Workshop begleitete die Ausstellung zum Thema Die lieben Nachbarn! (27.07.2024-17.11.2024), der Beziehung zwischen den Bürger:innen der Nachbarländer Deutschland und Österreich. Im Zuge der Ausstellung fand der Workshop mit der Schulklasse der IGS Bothfeld statt, bei der ein scheinbarer Schüler:innenaustausch fingiert wurde. Die Kinder bastelten an zwei Terminen Ansichtskarten, Collagen und Wörterbücher, die sich mit den Themen Heimat, Nachbarschaft und den Sprachlichen Unterschieden von Österreich und Deutschland auseinandersetzten. Die dabei entstandenen Ergebnisse wurden sowohl in die Ausstellungsräume integriert als auch per Post an eine Schulklasse in Österreich versendet. Bei den Workshops fielen allerlei unterstützende und betreuende Tätigkeiten an. So beantwortete ich Fragen, führte Gesprächsrunden mit, beaufsichtig-te Bastelarbeiten und stockte Material auf. Nach der Beendung der Workshops fanden sich Aufgaben der Nachbereitung. Ich erstellte eine PowerPoint-Präsentation, die Fotos der gebastelten Ergebnisse zum virtuellen Bestandteil der Ausstellung machte.


Sammlungsarbeit

Die Sammlungsarbeit in einem Museum befasst sich mit der Erhaltung, Sammlung, Interpretierung und Präsentation der darin enthaltenen Werke. Dazu gehören auch das Kuratieren und Archivieren neuer und alter Sammlungsbestände. Zur modernen Sammlungsarbeit gehört auch die Digitalisierung von Werken, um den Zugang nicht nur vor Ort, sondern gegebenenfalls auch online zu ermöglichen. Zusätzlich kann auch die Provenienzforschung zum Bereich der Sammlungsarbeit, also der Erforschung der Geschichte eines Werkes, gezählt werden. Vor allem in Deutschland ist in dem Zusammenhang auch oft die Rede von NS-Raubgut oder auch Beutekunst und die mögliche Rückführung an weiterfolgende Angehörige enteigneter oder zum Verkauf gezwungener Personen während des Nationalsozialismus.

Im Museum Wilhelm Busch werden die zuvor erwähnten Komponenten zu einem großen Teil abgedeckt. Unter de Leitung von Dr.in Elisabeth Reich wird die Sammlung kuratiert und archiviert, und damit die objektgerechte Lagerung und Erhaltung der Bestände sichergestellt. Da das Museum eher klein ist, bleibt jedoch oftmals Arbeit liegen, die in einem größeren Haus mit mehr Mitarbeitenden einfacher geleistet werden könnte. Die Aufnahme von Konvoluten und Einzelbeständen in die genutzte Datenbank MuseumPlus ist in stetiger Bearbeitung, zumeist durch Ehrenamtliche, die dafür mehrere Stunden in der Woche aufbringen. Seit Anfang Oktober 2024 wurde eine befristete Stelle besetzt, die mit der Digitalisierung der Sammlung der Werke Wilhelm Buschs betraut ist.

Zur Zeit des hier behandelten Praktikums konnten keine Tätigkeiten zur Provenienzforschung der Sammlung beobachtet werden.

Der Haupteinsatz dieses Praktikums fand in der Abteilung der Sammlungsarbeit statt. Dazu gehörte das Sichten einer Schenkung einer Privatperson, die zu Lebzeiten eine Sammlung zu Wilhelm Busch angelegt hatte. Mehrere Umzugskartons füllte diese Sammlung, die von mir gesichtet, aufgelistet und für den internen Gebrauch fotografiert wurde. Dieser Bestand wurde zunächst in einer Exceltabelle dokumentiert. Nachdem eine Einarbeitung in das benötigte Modul der Datenbank MuseumPlus erfolgt war, wurden diese Daten aus der Exceltabelle in die Datenbank übertragen und die Datensätze zusätzlich mit den Fotografien verknüpft. Geplant war auch die Umbettung der Sammlung in archivgeeignete Kisten. Dies stand am Ende des Praktikums jedoch noch aus, da die Kisten erst bestellt werden mussten, und andere Aufgaben übernommen wurden. Zu den Datensätzen sollten auch passende Schlagworte zugeordnet werden. Dies geschah allerdings nur vorläufig. Die finale Einarbeitung stand zum Ende des Praktikums noch aus.

Das zweite Projekt, das bis zum Ende des Praktikums bearbeitet wurde, bestand aus einem weiteren Nachlass einer Privatperson, die zu Lebzeiten über 2000 Autographen von berühmten Karikaturist:innen, Zeichner:innen und anderen prominenten Personen gesammelt hat. Dafür hatte dieser Sammler Briefe an die Adressen der Autographengebenden geschickt und um eine kleine Widmung mit Skizze gebeten. Diese Sammlung wurde dem Museum Wilhelm Busch über den Nachlassverwalter des Sammlers angeboten und übergeben. Eine Ordnung bestand in dieser Sammlung bereits, die sich lose an den Jahren des Sammelns orientierte. Dies geschah von den 1960er Jahren bis zu den 2010er Jahren. Die späteren Objekte der Sammlung waren allerdings nicht mehr in das Ordnungssystem des Sammlers übertragen worden. Die Aufgabe bestand darin, die Sammlung in die Datenbank Museum Plus einzutragen, die einzelnen Autografen für den internen Gebrauch zu fotografieren und die Datensätze mit den Fotos zu verknüpfen. Hierbei handelte es sich vor allem um Fleißarbeit mit der Datenbank. Diese Arbeit nahm den größten Teil des Praktikums in Anspruch.

Die Auswahl des Museums Wilhelm Busch als Praktikumsort erfordert dementsprechend ein Gefühl für die Arbeit an Datensätzen mit einem Blick fürs Detail und Geduld. Da viel Zeit mit dieser Arbeit verbracht wurde, ist es für Praktikant:innen des Studiengangs Informationsmanagement im Museum Wilhelm Busch von Vorteil, wenn eine gewisse Affinität zu solch einer Beschäftigung besteht.


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